DER XIV. STAFFELLAUF DER BEHINDERTEN MENSCHEN DURCH EUROPA IST BEENDET

Der vierzehnte Staffellauf der behinderten Menschen endete  wie geplant am 10. Mai um 11.00 Uhr in Kalamata (Griechenland – Peloponnes)  Sieben Teams haben teilgenommen, und zwar: Tuchořice (Tschechien), Nidzica und Kalisz (Polen), Racaciuni (Rumänien), und Charkiw, Lwiw und Odessa (Ukraine). Insgesamt waren es 45 Personen. Den Staffellauf vorbereitet  und durchgeführt hat Jerzy (George) Chrabecki aus Österreich, Präsident der „Integrative Meetings of Friends“. Die Staffellaufroute betrug 1.810 km, wovon 655 km gelaufen wurden. Manche Läufer haben  über 200 km geschafft.

Die Strecke führte durch sieben Länder. Sie führte von Italien über Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Montenegro, Albanien und Mazedonien nach Griechenland und war  in 15 Etappen aufgeteilt.

Der Treffpunkt war jedoch in San Marino, einem Land, das noch nie auf der Strecke des Staffellaufes gelegen war. Die einzige kurze Strecke in dieser kleinen Republik wurde als Etappe „0“ behandelt.

Die erste offizielle Etappe begann am 26. April um 9.00 Uhr in San Giovanni Rotondo auf dem Platz vor der Basilika von Padre Pio, wo vor einem Jahr der XIII. Staffellauf zu Ende gegangen war.

Die Teilnehmer wurden von Vertretern der Stadt und der Polizei begrüßt, die dann auch das Zeichen zum Start gegeben haben.

Die erste Etappe  führte nach Bari. Es war der Abschied von Italien, das der Staffellauf dreimal besucht hatte, und zwar in den Jahren 2003, 2004 und 2011. Am Abend fuhren die Teilnehmer mit der Fähre von Bari nach Dubrovnik in Kroatien. Die offizielle zweite Etappe begann aber in Metković an der Grenze zwischen Kroatien und Bosnien. Das Ziel dieser Etappe war Mostar, das für seine berühmte Brücke über den Fluss Neretva bekannt ist. Die Route dieser Etappe führte über den Wallfahrtsort Međugorje, wo die Läufer eine zweistündige Pause hatten.

Am nächsten Tag ging die dritte Etappe dann offiziell nach Dubrovnik, einer der populärsten Städte der Welt neben Porto und Wien (Internet-Umfrage). Die Etappe wurde durch eine Reihe von Grenzübergängen (insgesamt drei doppelte) zwischen Bosnien-Herzegowina und Kroatien behindert. Dies war das zweite Mal, dass durch Kroatien gelaufen wurde. Vor neun Jahren, im Jahr 2003 hatte die Route des Staffellaufes über  Nordkroatien geführt.

Die vierte Etappe in Kroatien und Montenegro endete in der kleinen, aber interessanten historischen Stadt Kotor, und die  fünfte führte ganz durch Montenegro bis zur Küstenstadt Bar.

Am 1. Mai verließen wir Montenegro. Die sechste Etappe  ging nach Lezhe in Albanien. Trotz Zusicherungen von Seiten der Stadt hatten wir dort nicht tolerierbare Bedingungen zum Schlafen (Schlafen am Boden auf den eigenen Luftmatratzen und Schlafsäcken ist unser Standard, aber  sogar das war nicht möglich.  Auch war es kaum möglich, die Waschmöglichkeiten und die Toilette zu benutzen. Darüber hinaus fühlten wir uns von den aufdringlichen und vulgären Jungen im Teenageralter bedroht. Wir hatten auch Angst um unsere Autos, die  die ganze Nacht in einen offenen Bereich parken sollten. Nach dem Besuch des Mausoleums des albanischen Helden, Skanderberg und, fuhren wir bereits in der Dämmerung auf einer seltsamen Autobahn (die Fahrzeuge fuhren als „Geisterfahrer“ und waren oft unbeleuchtet) ins Unbekannte in Richtung Tirana. Nach einigen Kilometern fanden wir ein kleines Motel, und der Tag endete angenehm. Um in die Stadt Elbasan zu kommen mussten wir  das Tirana überqueren, was aber nicht so einfach war. Diese albanische Stadt begrüßte uns herzlich, und die jungen Sportler, die wir vor der Sporthalle trafen, waren nett und freundlich.

 Albanien hat sich uns als ein Land der großen Kontraste gezeigt. Die nächste Etappe führte von Elbasan entlang des Ohridsees in die Altstadt von Ohrid. Hier hatten wir einen herzlichen Empfang und  konnten, betreut von einer großen Gruppe von jungen Freiwilligen des Roten Kreuzes, die interessanten historischen Stätten besuchen. Wir verbrachten die Nacht in einem Heim des „CK“ in einer Höhe von über 1.000 Meter mit einem wunderschönen Blick auf Ohrid. Alle slawischen Städte des ehemaligen Jugoslawien waren sehr herzlich und gastfreundlich.

Die nächste Etappe endete in Ptolemais in Griechenland. Der Rück-kehr in die Europäische Union gingen langwierige Grenzkontrollen, vor allem der Teams aus der Ukraine, voraus. Die griechische Polizei an der Grenze begleitete uns auf den nächsten Etappen. Nur die erste und die letzte Stadt Griechenlands begrüßten uns offiziell. In den anderen Fällen setzen wir auf uns selbst, aber das ist für uns nicht neu.  Außerdem lebten die Griechen in diesen Tagen vor allem für die bevorstehende Wahl.

Nächstes Ziel war die Stadt Litochoron am Fuße des Olymps wo wir schon während  des fünften Staffellaufes am 1. Mai 2004 gewesen waren. Das ist ein denkwürdiges Datum weil damals Polen, die Tschechische Republik und Ungarn Mitglieder der Europäischen Union wurden. Unterkünfte fanden wir in einem  Campingplatz am Meer.

Am nächsten Tag brachen wir in der Früh nach Prioni auf, einem Ort auf etwa der halben Höhe des Olymps, um die elfte Etappe zu beginnen – bergab  17 Kilometer.

 Es war Sonntag, Wahltag in Griechenland. Unser Ziel, an diesem Tag war Delphi. Vom griechischen Ministerium für Kultur erhielten wir die Genehmigung für freien Eintritt in die historischen Stätten von Delphi und Olympia. Doch zuvor hatte mich die Direktion des Museums in Delphi informiert, dass das Museum an diesem Tag geschlossen wäre.

Ich beschloss, die Besichtigung des antiken Delphi auf den Morgen des nächsten Tages zu verschieben, was eine Verzögerung des Startes der zwölften Etappe um zwei Stunden bedeutete. Für uns war das kein Problem, aber die Polizei hatte unsere Pläne, und hätte dann  in einem Ort vergeblich auf uns gewartet. Mit Hilfe der Polizei in Delphi gelang es jedoch, die entsprechende Kommandantur zu finden und sie über die Änderung zu informieren.

Nach dem Besuch in Delphi begann die Etappe nach Kato Alissos im Peloponnes. Im Jahr 2003 hatten wir der Peloponnes  mit einer Fähre erreicht und jetzt über die 2883 Meter lange Brücke, was  nicht gerade billig war.

Der gemütliche Campingplatz Alissos Kato war noch nicht ganz bereit, Touristen zu empfangen, aber für uns waren die Bungalows bald fertig. Eine Attraktion dieses Campingplatzes ist ein 1030 Jahre alter  Olivenbaum.

Von Kato Alissos liefen wir nach Olympia, der Stadt des antiken Olympischen Spielens. Die Stadt war festlich geschmückt und voller  Touristen. Der Lauf mit einer Eskorte der Polizei durch die Stadt brachte uns großes  Lob und zahlreichen Applaus und endete im Stadion des antiken Olympia, wo wir bereits im Jahr 2003 gewesen waren. Dieses Mal kamen wir am 8. Mai, und Olympia bereitete sich auf eine Fackelzeremonie für die Olympischen Spiele in London vor. Diese sollte am 10. Mai stattfinden, zu einer Zeit, wo unser Staffellauf schon in Kalamata beendet ist. In der Mitte der vorletzten Etappe nach Pylos führte die Route durch Agrilos wo ein wohlhabender Amerikaner ein Märchenschloss am Meer errichtet hatte. Leider ist die Burg nicht gut erhalten und geht langsam kaputt.

Die letzte Etappe ach Kalamata am 10. Mai war ziemlich kurz, um einigen Teilnehmern einen früheren Heimweg zu ermöglichen. Der XIV. Staffellauf wurde mit dem von der Polizei begleiteten Lauf durch diese Stadt bis zum Stadion beendet,  wo alle Teilnehmer eine  Ehrenrunde  liefen. Dort warteten die Stadtvertreter der Jugend der örtlichen Musikschule  auf uns und sangen für uns  einige Lieder. In der Sporthalle standen gedeckte Tische. Nach dem Essen und dem Abschied fuhren die Teilnehmer nach Hause.

Der XV. Staffellauf  im Jahr 2013 wird in diesem Stadion beginnen.

Die rumänischen und ukrainischen Teams fuhren in Richtung  Osten nach Hause. Die Tschechen aus Tuchořice, die Polen aus Nidzica  und ich selber fuhren nach Patras und weiter mit der Fähre nach Venedig. Am Weg hatten wir das Glück, den Konvoi mit der Olympischen Flamme zu sehen.

Der kroatische Präsident Ive Josipović und der Präsident von Mazedonien Gjore Ivanov hatten Willkommenbriefe an die Teilnehmer des Staffellaufes geschickt. Diese Briefe wurden bei den Etappen, die durch diese Länder führten, vorgelesen.

Der I. Staffellauf startete im Jahr 1999. Die Gesamtstrecke aller bis jetzt durchgeführten Staffelläufe beträgt 31.400 Kilometer, wovon 13.030 km gelaufen wurden. Bis jetzt wurden 39 Länder und 228 Städe in Europa besucht.

Im Jahr 2013 ist ein weiterer XV. Staffellauf von Kalamata über Rhodos an die türkische Schwarzmeerküste  geplant, wo dann auch der Ausgangspunkt des XVI. Staffellaufes im Jahr 2014 in Richtung Odessa und der Krim sein wird.

Jerzy Chrabecki