Nach fünfzehn Jahren erreichte der Staffelauf der behinderten Menschen die Grenze zu ASIEN

 PLAN OF THE ROUTE OF  XV RELAY RUN 2013Am 22. April  1999 hatte in Wien der erste Staffellauf der behinderten Men-schen begonnen, der durch Österreich, die Tschechische Republik und Polen nach Templin in  Deutschland führte. Er war als einmalige Aktion gedacht, aber als er beendet war, kam der Gedanke auf, ihn weiter fortzusetzen. Dort wo ein Staffellauf zu Ende gegangen war, sollte im nächsten Jahr der neue starten.
Das wurde über 15 Jahre so fortgesetzt. Jedes Jahr wurde ein Staffellauf von etwa zwei Wochen  auf einer zuvor geplanten, überprüften und in 12 bis 17 Etappen aufgeteilten Strecke durchgeführt. Insgesamt waren es 210 Etappen. Die gesamte Strecke aller bisherigen  Staffelläufe beträgt  33.200 km, von denen 13.350 km gelaufen wurden. Der Staffellauf besuchte 41 Länder und 254 europäische Städte.
Unsere Dokumentation enthält die Ehrenschirmherrschaften der Präsidenten einiger Länder und die Willkommensbriefe sowie die  Glückwünsche der Präsi-denten und der gekrönten Oberhäupter von Staaten, durch die der Staffellauf geführt hat.
Der letzte durchgeführte Staffellauf (aber nicht der letzte überhaupt) startete heuer in Kalamata (Griechenland) und führte über  Salamis – Rhodos – Marmaris – Izmir – Bergama bis Istanbul. Unterwegs wurden viele interessante Orte wie Mykene – Salamis – Pamukkale – Hierapolis – Afrodisias – Sirince und Troja be-sucht.
Das Thema für den XV. Staffellauf lautete jedoch: „Die sieben Städte der Offenbarung des heiligen Johannes“. Wir besuchten also auch Ephesus, Smyrna, Pergamon, Thyatira, Sardes, Philadelphia und Laodicea. Wir besichtigten auch das Haus der Mutter Maria nahe Ephesus – den Ort, wo die heilige Maria nach dem Tod ihres Sohnes Jesus gewohnt hat. Alle von uns besuchten historischen Plätze sind durch die türkischen Behörden  gut gepflegt und bewacht.
Die Teilnehmer aus Österreich, Tschechien, Polen, Rumänien und der Ukraine kamen am 19. April 2013 nach Kalamata . Wie geplant gab es am nächsten Tag um 9.00 Uhr nach der Verabschiedung durch den Bürgermeister von Kalamata im Magistrat einen Ehrenstart des XV. Staffellaufes.
Trotz  unseren  eigenen, im Laufe der Jahre entwickelten Schutzmaßnahmen für die Läufer begleitete uns die griechische Polizei, um unsere Sicherheit zu gewährleisten.
Die Kulturministerien Griechenlands und der Türkei bieten einen freien Zugang zu allen Sehenswürdigkeiten und Orten  der antiken Kultur. Sehr interessant waren Orte wie Mykene mit dem Grab von Agamemnon und „Lions Gate“ im Ort Isthmien am Kanal von Korinth – wahrscheinlich die einzige Brücke der Welt, die sich je nach Bedarf im Wasser versenkt.
Auf der  Insel Salamis besuchten wir das berühmte Frauenkloster „Fanero-meni“, das vom hl. Laurentius  gegründet worden war, sowie eine Stelle mit Blick auf den Ort der Seeschlacht von Salamis mit dem berühmten Sieg der Griechen (Themistokles) über die Perser (Xerxes) im Jahr 480 v. Chr.
Nach mehr als zwölfstündiger Fahrt mit der Fähre fanden wir uns auf der Insel der Sonne, Rhodos,  die Zeus dem Helios geschenkt hatte.  Zwei Tage liefen wir durch die Insel und genossen die Sehenswürdigkeiten der Städte Rhodos und Lindos.
Rhodos bedeutete auch den Abschied von Griechenland,  einem Land, das wir  in den Jahren 2003, 2004, 2012 und im diesem Jahr längs und quer durchlaufen hatten.
Danach kamen wir mit der Fähre von Rhodos nach Marmaris in der Türkei. Die Türkei war für uns das 41. europäische Land. Die Straßen waren dort sehr breit und meistens vierspurig. So konnten wir  alleine ohne Begleitung bis nach Istanbul laufen (natürlich mit Zustimmung des türkischen Ministeriums für Kommunikation und der Straßenpolizei).
Nach zwei Etappen in der Türkei erreichten wir die berühmten weißen Wunder der Natur – Pamukkale. Zwangläufig mussten wir barfuß durch das durch den Kalkstein fließende Wasser wandern, was für uns ein einmaliges Erlebnis war. Am Ende dieser Wanderung erschien vor unseren Augen die von den Griechen gegründete Stadt Hierapolis. Die nächste Etappe endete in der Nähe von Geyre bei der gut erhaltenen antiken griechischen Stadt Afrodisias.
Weitere Etappen führten uns  zum Dorf Sirince, bekannt für seine unerfüllte Prophezeiung vom Ende der Welt im Dezember 2012, zur historischen Stadt Izmir (früher Smyrna), nach Pergamon (jetzt Bergama) und zu Homers Troja.
Der Besuch der sieben Städte der Apokalypse  Ephesus, Smyrna (Izmir), Perga-mon (Bergama), Thyatira (Akhisar), Sardesu (Sart), Philadelphia (Alasehir) und Laodicea (Eskihisar) beeindruckte uns durch den Vergleich der Bedeutung, die diese Städte aus der Offenbarung des Johannes  in der Vergangenheit hatten, mit ihrem aktuellen Zustand – nur mehr Ruinen von Gebäuden und in zwei Fällen, Philadelphia und Smyrna, nur mehr versteckte  Überreste damaliger Kirchen, die in den Städten Alasehir und Izmir kaum mehr sichtbar sind.
Viel Stress brachten uns die Fahrten durch die Städte Izmir (3 Millionen Ein-wohner) und Istanbul (15 Millionen), weil wir eine Kolonne von sechs Autos waren. Jede Unaufmerksamkeit hätte mit einer vierstündigen Suche nach unseren Partnern enden können.
Am 3. Mai erreichte der Staffellauf Istanbul. Nach dem Anhalten auf dem Parkplatz am Bosporus konnten wir auf der gegenüberliegenden Seite den anderen, üblicherweise als asiatisch bezeichneten Teil der Stadt sehen.
Nach 15 Jahren hatten wir die extremsten Punkte von Europa erreicht:  im Norden Europas das Nordkap, im Westen Reykjavik, im Süden die nur 20 km von Afrika entfernte Stadt Tarifa in Spanien und im Osten den Bosporus, die Grenze zwischen Europa und Asien. So haben wir nach 15 Jahren ganz Europa umkreist und ein Ziel erreicht; ein Ziel, das nicht direkt formuliert worden war, jedoch  konsequent umgesetzt wurde.
Während der abendlichen Gespräche wurde festgestellt, dass es schade wäre, den Staffellauf mit seinem sportlichen, freundschaftlichen und informativen Charakter abzubrechen. Es wurde beschlossen, ihn weiter fortzuführen, und zwar auf den interessantesten bereits durchlaufenen Strecken, aber auch durch Orte, die wir noch nicht besucht haben. Einstimmig wurden für das nächste Mal Skandinavien und Island gewählt.
Es wurde daher beschlossen, den XVI. Staffellauf in das kommende Jahr von Nidzica in Polen in Richtung Nordkap starten zu lassen. Wir wollen jedoch versuchen,  die Route diesmal durch Belarus (Weissrussland) und Russland (Ladogasee, das Weiße Meer und Murmansk) zu führen.  Das würde die Statistik des Staffellaufes um den 42. und 43. Staat bereichern.